Ja, tatsächlich. Früher habe ich das „Vibraphon“ wegen seiner sphärischen Klangmöglichkeiten und seinem (mit Hilfe eines Motors erzeugten) lautstärkemodulierten Vibrato viel lieber gespielt als die „Marimba“ mit ihren hölzernen Klangplatten, die im Verhältnis zum Vibraphon ja doch wirklich nur relativ kurz klingen. Aber je länger ich das Holzinstrument spiele, desto mehr fasziniert es mich und ebenfalls die vielfältige Art und Weise, wie man darauf spielen kann.
Allein die Größe des Instrumentes (Breite bis zu 260 cm) verlangt dem Spieler eine gewisse Beweglichkeit sowie sportliche Fitness ab. Während man beim Vibraphon (wegen des Pedals) eher einen festen Standpunkt hat, muss an der Marimba häufiger die Position gewechselt werden, um alle Klangplatten (ihrer bis zu fünf Oktaven) zu erreichen.
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Neben der Spieltechnik mit den meist vier Schlägeln, die bis zu 43 cm lang sein können, ist also auch die Beinarbeit ungeheuer wichtig. Die Marimba ist ein Instrument, bei dem der ganze Körper zum Einsatz kommt und obwohl sie – im Unterschied zum Klavier – eher nicht mit geschlossenen Augen gespielt werden kann, gibt es dennoch genügend Momente, bei denen es unmöglich ist, alle vier Schlägel im Auge zu behalten.
Zu erleben, wie dieses große, sperrige Instrument durch den kultivierten Anschlag eines versierten Musikers lebendig wird und die hölzernen Klangstäbe zu singen anfangen, ist immer wieder faszinierend.
Weil die Marimba – wie auch das Klavier mit seinen Filzhämmerchen – ein Schlaginstrument ist, verfügt der Spieler über eine maximale Dynamikbandbreite und speziell diese Kombination aus Melodie-, Harmonie- und Schlag-Instrument gefällt mir besonders gut. Mit dem im europäischen Raum entstandenen Zwölftonsystem ausgestattet, gleicht die Marimba einem gut konfigurierten Spieltisch, auf dem man sich sowohl „anständig austoben“ als auch durch sanfte Tremolo-Passagen sehr stimmungsvolle Atmosphären erzeugen kann.

? Marimba-Solo mit 4 Schlägeln und dem „Burton-Grip“ !
An der Marimba kommt man ordentlich in Bewegung und das Instrument macht buchstäblich, nicht nur wegen seiner Größe, eine ganze Menge Arbeit. Allein der Sprung von einem Schlägel pro Hand hin zu zwei Schlägeln in jeder Hand, welche obendrein auch noch mit sehr unterschiedlichen „Vier-Schlägel-Griffen“ – die bekanntesten sind „Traditional-Grip, Stevens-Grip und Burton-Grip“ – gehalten werden können, verlangt filigrane Fingerarbeit und ist zumindest am Anfang für die Hände durchaus eine anstrengende Angelegenheit.




